Historischer Park eine geniale Strecke
Optimale Bedingungen beim 27. Ludwigsluster Schlossgartenlauf / 388 Läufer und Walker am Start / Favoriten setzen sich durch

LUDWIGSLUST Ob nun bei „alten Hasen“ oder Ludwigslust-Neulingen: Auch der 27. Schlossgartenlauf löste gestern wieder allgemeine Begeisterung aus. „Einzigartig“ und „genial“ waren oft gehörte Attribute, wenn es um die Charakterisierung der Laufstrecke durch den altehrwürdigen Park ging. Zu den neugewonnenen Anhängern zählt Florian Lemcke. Der 19-jährige Pampower war von seinem Berufsschullehrer, Cheforganisator Torsten Hyzy, zur Teilnahme motiviert worden: „Einmalig. Viele tolle Kulissen, über weite Strecken am Wasser entlang. Anfangs habe ich mit Seitenstichen zu kämpfen gehabt, so nach vier Kilometern aber meinen Rhythmus gefunden .Die letzten Meter liefen fast von selbst.“ Eine andere Teilnehmerin löste ihr im vergangenen Jahr gegebenes Versprechen ein. Gisela Mildner hatte sich bei ihrer Ludwigslust-Premiere bestens aufgehoben gefühlt. Die 81-jährige Sprembergerin, die in diesem Jahr schon in Sydney gelaufen ist und dort als älteste von 32 000 Startern ausgezeichnet wurde, war wieder voll des Lobes: „Die Atmosphäre hier ist einfach toll. So etwas vermisse ich bei uns.“ Ihre fünf Kilometer beendete sie kaum gezeichnet und mit einem fröhlichen Winken in Richtung Zuschauer: „Ich verausgabe mich nie. Es ist immer besser, wenn man am Ende noch etwas zuzusetzen hat. Ach, hab’ ich ihnen übrigens schon erzählt, dass mir der zweifache Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski zum achtzigsten Geburtstag ein Paar Laufschuhe geschenkt hat?“, hatte die ausgesprochen kommunikative Dame schnell einen neuen Gesprächsfaden geknüpft. Der in diesem Fall gewählte Gesprächspartner, der Reporter, musste sich dann allerdings wieder dem sportlichen Geschehen zuwenden. Immerhin hatten 388 Läufer und Walker den Weg in den Schlosspark gefunden. Damit blieb man leicht unter der im Vorjahr mit 406 Teilnehmern gesetzten Marke: „Ich hätte gedacht, es würden ein paar mehr. Vielleicht liegt das ja an der instabilen Wetterlage. Aber wenn wir das Niveau so halten, kann sich das sicher noch weiter entwickeln. Alles ist absolut reibungslos verlaufen“, zeigte sich Torsten Hyzy insgesamt sehr zufrieden. Er hatte mit seinem großen Helferstab von der SG 03 Ludwigslust/Grabow und der Laufgruppe Ludwigslust aber auch wieder einen immensen Aufwand betrieben. Das Feld wurde wie in jedem Jahr gesplittet. Den Anfang machte der Nachwuchs, der 2 km zu meistern hatte. Dann kamen die Walker an die Reihe, die entgegengesetzt zu den Läufern auf die Strecke geschickt wurden, und zuletzt fiel der Startschuss für das Gros des Feldes. Je nach gewählter Distanz war der Rundkurs ein-, zwei,- oder dreimal zu absolvieren. Die Startnummern leisteten durch ihre farbliche Zuordnung – schwarz = 5 km, rot = 10 km, blau = 15 km – einen doppelten Service. Zum einen halfen sie den Streckeneinweisern und Zeitnehmern, zum anderen lieferten sie den Zuschauern, die im Zielbereich wieder ausgesprochen applausfreudig Spalier standen, eine gute Orientierung („der muss noch einmal rum“). Die Aktiven konnten sich an die eindeutige Ausschilderung halten, als zusätzliche Hilfe fuhr ein Radfahrer vorneweg. Insofern war vor dem Startschuss keine großartige Einweisung notwendig.
„Wir haben an der steinernen Brücke eine kleine Bergwertung eingeführt“, scherzte Torsten Hyzy in Anspielung auf den wie gewohnt flachen und sehr schnellen Kurs. Der stellvertretende Ludwigsluster Bürgermeister Jürgen Rades nutzte seine kurze Begrüßung, um auch die politische Werbetrommel zu rühren: „Kreissitz für alle! Ludwigslust – Unter diesem Motto steht unser Lindenfest an diesem Wochenende und auch dieser Lauf.“ Rades unterstützte diesen Slogan mit entsprechendem T-Shirt und Button. Apropos T-Shirt: Es gehört schon seit einigen Jahren zum guten Ton, dass jeder Teilnehmer des Schlossgartenlaufes im Ziel neben Durstlöschern und Bananen zur Erinnerung auch ein mit dem Aufdruck „…in Lulu läuft was“ versehenes Shirt in Empfang nehmen darf. „Die sehen echt cool aus“, war die diesmal gewählte Farbkombination Schwarz mit roter Schrift offensichtlich ein modischer Volltreffer. Auf die Streckenschnellsten warteten daneben Pokale und Urkunden. Über die 5 km räumte der Nachwuchs der SG 03 kräftig ab. Patrick Hyzy gewann die männliche Konkurrenz mit deutlichem Vorsprung vor seinem Vereinskameraden Martin Mühle. Bei den Mädchen verhinderte die Banzkowerin Susanne Hahn die erfolgreiche Titelverteidigung von Marisa Witting (SG 03), der mit Charlotte Totenhaupt eine weitere SG-Athletin folgte. Über die doppelte Distanz gingen beide Siege in die Landeshauptstadt.
Bei den Damen setzte sich mit Sophia Reck eine aktive Schwimmerin durch, bei den Herren wurde Christoph Hintz seiner Favoritenrolle gerecht. Klare Verhältnisse gab es auch auf der längsten angebotenen Strecke, den15km. Martin Pankow(TSG Wittenburg) konnte zwar die eigene Vorstellung („eine gute 57er-Zeit“) nicht umsetzen, mit seiner Siegerzeit von 58:43min. blieb er in diesem Jahr aber als einziger unter der Ein-Stunden-Marke. Schnellste Frau war wie im Vorjahr Andrea Mehlhorn vom SV Post Telekom Schwerin: „Es hat mir wieder viel Spaß gemacht hat. Ich laufe gerne auf Waldboden. Die dritte Runde war die schönste. Da konnte ich mit dem Ziel vor Augen noch einmal anziehen. Ich habe erst vor drei Jahren mit dem Laufsport angefangen, mit meinem Mann als Motivator. Ich habe nie gedacht, dass ich das tatsächlich einmal sagenwürde. Aber es ist so: Nach dem Laufen fühlt man sich wirklich wohler.“
(Thomas Willmann)
Ergebnisse
2010
Kinderlauf - Walking - Hauptläufe Gesamt - Hauptläufe AK
„wenns gefallen hat – merkt euch den Termin fürs nächste Jahr doch schon einmal vor“



Gibts eigentlich irgendwo Bilder vom Lauf ?