28. Ludwigsluster Schlossgartenlauf

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Es war eine ganz schöne Hitzeschlacht, die die Teilnehmer des gestrigen 28. Ludwigsluster Schlossgartenlaufes zu meistern hatten. Dabei kam ein besonderes Plus der einzigartigen Strecke durch den historischen Park zum Tragen: Schattenspendende Bäume sorgten zumindest für eine gewisse, regelrecht herbeigesehnte Linderung: “Ich habe immer für mich runtergezählt: Jetzt musst du nur noch zweimal durch die Sonne, jetzt nur noch einmal – das war der Hammer”, pustete die Grabowerin Anja Schwanbeck im Ziel kräftig durch und glich erst einmal ihren Flüssigkeitshaushalt aus. Auch so alte Hasen wie der Wittenburger TSG-Laufgruppenchef Kurt Tschiltschke hatten mächtig zu kämpfen: “Die Wärme hat mir ganz schön zugesetzt. Aber da mussten schließlich alle durch.” Und offensichtlich hatten sich die Sportler die Begrüßungsworte des Ludwigsluster Bürgermeisters Reinhard Mach zu Herzen genommen: “Bei allem Ehrgeiz: Denkt daran, es ist sehr warm. Teilt euch die Kräfte ein.”
Trotz der hochsommerlichen Bedingungen kratzte auch diese 28. Auflage mit 378 Läufern und Walkern wieder an der 400er-Marke. Schon der Andrang an der Meldestelle (“ich brauche noch Startnummern für die 10er, ich hab nur noch zwei”) und der Pilgerzug in Richtung Schlosspark, der einen jungen Starter zu dem Ausruf verleitete: “Wow, Opa, guck mal, wie viele das sind”, ließen auf eine ansprechende Beteiligung schließen. “Das passt schon. Ich denke, dass uns der Termin direkt nach dem Herrentag doch den ein oder anderen Teilnehmer gekostet hat. Uns ist aber wichtig, den Lauf an das Lindenfest zu koppeln. Und das liegt nun einmal in diesem Jahr etwas früher als gewohnt”, äußerte ein zufriedener Torsten Hyzy, der mit Andreas Peter und einem großen Helferstab von SG 03 Ludwigslust/Grabow und der Laufgruppe Ludwigslust an der Seite wieder eine reibungslose Großveranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Ausdrücklich mit einschließen möchten die Organisatoren die Sponsoren, dank deren Unterstützung neben den Pokalen für die Strecken- und Altersklassensieger auch wieder attraktive Sachpreise winkten.
Vor dem Lohn stand aber der Schweiß. Und der floss in Strömen auf dem Rundkurs, der noch einmal exakt vermessen worden war, was als Resultat eine “Zugabe” von 100 m pro 5-km-Runde erbrachte. Eine Brücken-Baustelle am Luisen-Mausoleum zwang zu einer kleineren Streckenänderung. Außerdem gab es ein unerwartetes Hindernis in Form einer geschlossenen Schranke zu umkurven (Andreas Peter: “Die sollte eigentlich geöffnet sein, so war es abgesprochen”) .
Den Anfang machten in diesem Jahr die Walker, die entgegengesetzt zu den Läufern, auf ihre 10-km-Strecke geschickt wurden. Selbst der Anfahrtsweg von 220 km hatte ein Quartett vom SV “Mok mit” Reinberg nicht abgeschreckt, erstmals in Ludwigslust dabei zu sein. “Das muss schon nach was klingen. Schlossgartenlauf, das hört sich doch interessant an”, nannte Vereinschef Rondo Krumm neben dem Spaß an der Freude als wichtiges Auswahlkriterium. “Wir wollen Kilometerchen sammeln. Wir liegen immerhin in der Cup-Wertung auf Platz drei. Und den wollen wir halten”, ergänzte Ingo Ruch auch ganz im Sinne von Anke Krumm und Heinrich Bieletzki, dem 66-jährigen Senior der Reinberger Truppe.
Die nächste Starterpistole knallte für den Läufernachwuchs. Auch wenn über die 2 km keine Zeiten gestoppt wurden, tat das dem sportlichen Ehrgeiz keinen Abbruch – und erst recht nicht der Begeisterung im Zielraum. Da wurde so manches Video gedreht, Fotos für Erinnerungsalben geschossen und natürlich lautstark angefeuert: “Ganz große Klasse, gib Gas, Jan”, und “Prima Anna, toll, mein Schatz”, tönte es durch den Wald. Während die Mädchen und Jungen mit viel Beifall bedacht wurden, bastelte Andreas Peter im Laufschritt noch an der Zielgasse für das Hauptfeld. Auf Grund der farblich unterschiedlichen Startnummern (schwarz = 5 km, rot = 10 km, blau = 15 km) waren selbst die kleinen Fachleute immer bestens im Bilde: “Da kommt einer Oma, die läuft sogar 15 km.”
Über die 5 km lief Dennis Lauterschlag vom Lüneburger SV ein ganz starkes Rennen, verwies den aus Studiengründen inzwischen für den MTV Stuttgart startenden Ludwigsluster Martin Mühle mit deutlichem Abstand auf den zweiten Platz. Dafür ging der Sieg in der weiblichen Konkurrenz an eine Lokalmatadorin. Marisa Witting von der SG 03 war nach 2009 und Platz zwei im Vorjahr diesmal wieder die Schnellste über diese Distanz und nahm Vanessa Lube (Schweriner SC) fast eine Minute ab. Klare Verhältnisse herrschten auch auf der 10-km-Strecke. Thomas Drößler (ESV Lok Potsdam) lief von Anfang an ein einsames Rennen und hatte am Ende fast vier Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Steffen Grönke (active first Düsseldorf). Bei den Frauen ließ Susann Pudschun ihrer Vereinskameradin Anne Prahl (beide TriSport Schwerin) keine Chance. Ein ganz anderes Bild über die 15 km: Da hatten sich Stephan Krey (TriSport Schwerin) und Wolfgang Mosel (SG Aufbau Boizenburg) schnell gefunden. Das Duo lief die komplette Distanz Seite an Seite und demonstrierte diese Eintracht auch im Ziel. Die eigentlich identische Zeit wurde einvernehmlich leicht “manipuliert” und der Schweriner mit einer Sekunde Vorsprung zum Sieger erklärt. Beide blieben knapp unter einer Stunde, was angesichts der Temperaturen als starke Leistung einzuordnen war. Schnellste Frau auf dem langen Kanten, dazu bedurfte es keines Zielfotoentscheides, war die für den Möllner SV laufende Bärbel Lemme, die sich vor Monika Sindt (TSG Wittenburg) souverän den Gesamtsieg sicherte (siehe auch Ergebnisse).

Wird es auch andere Listen wie im Vorjahr geben? So wären mit Sicherheit die Platzierungen im Gesamtfeld interessant. Auch die Walker und vor allem die Kinder (oder besser deren Eltern und Großeltern :-) ) auf der 2km-Strecke würden sich sicher für eine offizielle Ergebnisliste interessieren.