Unentschieden im Waldstadion
SG 03 Ludwigslust/Grabow – FC Eintracht Schwerin II 2:2 (2:0)
Grabow – Beim letztlich leistungsgerechten 2:2 gegen Eintracht Schwerin II gaben die Landesliga-Fußballer der SG 03 Ludwigslust/Grabow im heimischen Waldstadion eine 2:0-Führung noch aus der Hand. In der intensiv geführten Partie bestätigte sich der Eindruck, der schon beim 1:3 in Graal-Müritz entstanden war. Das ersatzgeschwächte SG-Team, das einige angeschlagene Spieler aufbieten musste, kann kräftemäßig derzeit nur eine Halbzeit auf gutem Niveau bestreiten. Schiedsrichter zeigt dreimal auf den ElfmeterpunktDer frühe, verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Mark Kunert dürfte die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen weiter vertieft haben. “Mit diesem halben Lazarett ist einfach nicht mehr drin. Jeder hat bis zum Umfallen gekämpft. Ich hoffe, dass wir die Misere in einigen Wochen überstanden haben“, wollte SG-Trainer Ulrich Lohmann seinen Jungs keinen Vorwurf machen. Die erste Halbzeit ging eindeutig an die Gastgeber. Danny Thomas musste sein Team eigentlich bereits in der 4. Minute in Führung bringen. Nach präzisem Zuspiel machte er alles richtig, ließ den Eintracht-Keeper aussteigen, um den Ball dann aber aus spitzem Winkel am leeren Tor vorbeizuschieben. Ebenfalls noch in der Anfangsphase verpasste der SG-Stürmer knapp eine scharf vor das Tor gezogene Flanke (23.). Von der jungen Schweriner Mannschaft (sieben Spieler aus der Startelf unter 20 Jahre) war in der Offensive wenig zu sehen. Die Gäste gerieten zunehmend unter Druck. Bei einem tückisch aufsetzenden Distanzschuss von Tim Lüdeke musste Daniel Leistikow nachfassen (30.). Wenig später war er zum ersten Mal geschlagen. Danny Thomas kam im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Obwohl der Eintracht-Keeper mit den Fingern am Ball war, konnte er den Strafstoß von Nico Jäckel nicht parieren (32.). In der Euphorie über die Führung hätte man sich fast postwendend durch Unkonzentriertheiten den Ausgleich eingefangen. Ein Schuss verfehlte knapp das Ziel (33.), in der nächsten Szene parierte Steffen Schlichting (34.). Von dieser Doppelchance abgesehen, bestimmte die SG das Geschehen. Insbesondere wenn schnell und direkt gespielt wurde, bekam die Eintracht-Reserve große Probleme. Fehlte den Flanken von Jens Duske (37.) und Robert Drefahl (38.) noch die nötige Präzision, so passte in der 40. Minute alles. Danny Thomas nahm einen langen Ball auf, lief alleine auf das Tor zu und legte genau im richtigen Moment quer. Das 2:0 war für Robert Drefahl nur noch Formsache. Alle guten Vorsätze (*nicht wieder so wie in der Vorwoche“) schienen in der SG-Kabine geblieben zu sein. Eine der ersten Aktionen hatte einen Strafstoß zur Folge. Maik Berndt schickte Steffen Schlichting in die falsche Ecke, und es hieß nur noch 2:1 (47.). Die Gäste waren jetzt am Drücker, hätten schon wenig später nachlegen können, als zwei Spieler frei zum Kopfball kamen, sich aber gegenseitig behinderten (52.). Nico Jäckel hatte die große Chance, den Eintracht-Bemühungen einen Dämpfer zu verpassen. Er setzte einen weiteren Elfmeter an den Pfosten. Vorausgegangen war ein dummes Festhalten gegen Danny Thomas (60.). Statt der möglichen Vorentscheidung fiel auf der anderen Seite der Ausgleich. Ein Freistoß rutschte durch den SG-Strafraum, Andy Beckerwerth drückte mühelos aus kurzer Distanz zum 2:2 ein (65.) Eintracht-Reserve mit vielen Chancen für AuswärtssiegIn der Schlussphase hätten die Gäste das Spiel leicht für sich entscheiden können. Frank Rohde setzte einen Heber zu hoch an (68.), bei einem Kopfball von Kevin Looks fehlten nur die berühmten Zentimeter (70.). Zudem bewahrte SG-Keeper Steffen Schlichting sein Team mehrfach vor der drohenden Niederlage (82./84./89.). Demgegenüber stand ein gelungenes Solo des in der Spitze oft auf sich allein gestellten Danny Thomas, das erst im letzten Moment gestoppt werden konnte (87.).
SG 03 Ludwigslust/Grabow: Schlichting – Jäckel, J. Duske, Diehn, Lüdeke (63. Pössnicker), Timm, Kunert (28. Bernau), Zachuber (56. Richter), Drefahl, Kretschmer, Thomas.
